(MT) ANNABERG-BUCHHOLZ: Rund 2.100 Besucher nutzten die Möglichkeit, um bei den 33. erzgebirgischen Schnitzertagen in Annaberg-Buchholz die hohe Kunst des erzgebirgischen Schnitzens zu erleben – begleitet von Musik, spannenden Vorträgen, faszinierenden Schauvorführungen und zahlreichen weiteren Programmpunkten. Überall herrschte Freude, Staunen und Begeisterung, während die Gäste den talentierten Schnitzern über die Schulter schauten und sich von der Vielfalt der Exponate inspirieren ließen.
Am Sonntag, dem zweiten Veranstaltungstag, sagte uns die Leiterin des Kulturzentrums Erzhammer, Kristin Baden-Walther: "Wir haben am gestrigen Tag um 11 Uhr begonnen und konnten hier über 200 Schnitzerinnen und Schnitzer aus 42 Vereinen aus dem Erzgebirge und zehn Einzelschaffende begrüßen und natürlich zahlreiche Besucher, die unserer Einladung gefolgt sind."
Der mit Spannung erwartete Höhepunkt am ersten Veranstaltungstag war die Preisverleihung des ausgeblobten Wettbewerbs "Behütet" in vier Kategorien.
Kristin Baden-Walther: "Es sind hier 31 Arbeiten eingetroffen für diesen Wettbewerb aus den Kategorien Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Einzelarbeit und Gemeinschaftsarbeit. Es sind ganz tolle, wunderbare Arbeiten unter dem Schwerpunkt behütet entstanden. Und ich kann es schon mal verraten. Den ersten Platz bei den Kindern hat ein 7-jähriger Junge aus Schwarzenberg erhalten, für den Beitrag Schutzengel. Und bei den Erwachsenen war es Udo Grund aus Bernstein für seinen geschnitzten Schäfer. Bei den Gemeinschaftsarbeit hat ebenfalls eine Kinderarbeit gewonnen vom Schnitzverein Markersbach. Dort war es die Hütte des Waldes, eine wunderbare Naturinstallation geschützter Pilze, die von Kindern und Jugendlichen entstanden ist, ebenfalls eine ganz tolle Arbeit. Und unser Publikum wählt gerade noch seinen Favoriten. Ja, am Ende des Tages und das ist in wenigen Minuten, wird auch hier der Publikumsliebling bekannt gemacht."
Das Publikum folgte bei seinen Favoriten den Platzierungen der Fachjury. Die "Hüte des Waldes" der Kinderschnitzgruppe ZEV, Markersbach in der Sparte Kinder und Jugend sowie der "Schäfer" von Udo Grund (Bild) aus Bärenstein in der Sparte Erwachsenenarbeit wurden mit großem Abstand zu den diesjährigen Siegern des Publikums gekürt.
Ein weiterer emotionaler Höhepunkt war die Verleihung des "Goldenen Schnitzmessers" an Peter Müller. Der Preisträger, seit 1952 Mitglied des Planitzer Schnitzvereins, ist eine prägende Persönlichkeit der erzgebirgischen Schnitzkunst – ein Meister des Handwerks, dessen Wirken weit über den Verein hinaus strahlt. Von 1962 bis 1991 und erneut von 1991 bis 2014 übernahm Müller als stellvertretender Vorsitzender Verantwortung für den Verein und engagierte sich über fünf Jahrzehnte hinweg unermüdlich im Vorstand. Seine Stärke lag dabei nicht im Rampenlicht, sondern im Stillen. Gleichzeitig prägte er die Schnitzkultur insbesondere in Planitz nachhaltig.
Die Erzgebirgischen Schnitzertage waren auch 2026 nicht nur ein Fest der Handwerkskunst, sondern auch ein bewegendes Zeichen für das lebendige Erbe des Erzgebirges. Mit großem Engagement, viel Erfahrung und einem sicheren Gespür für kulturelle Qualität gelang es dem Team um Erzhammer Leiterin Kristin Baden-Walther erneut, eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen, die weit über die Stadt strahlt.
Die Erzgebirgischen Schnitzertage gehören seit vielen Jahren zu den ganz besonderen Höhepunkten im Veranstaltungskalender unserer Stadt. Mit Vorfreude blicken die Macher und Liebhaber der Veranstaltung auf das nächste Jahr, wenn sich das Kulturzentrum Erzhammer erneut in eine Werkstatt voller Inspiration verwandelt. Das neue Wettbewerbsthema ist bereits bekannt. Das Motto "Höher-Schneller-Weiter - Sport im Erzgebirge" soll die Kreativität der Schnitzerinnen und Schnitzer herausfordern. (Bildquelle: Bernd Pudwil)
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