(MT) EHRENFRIEDERSDORF: Ehrenfriedersdorf gleich Ehrendorf! Denn, große Ehre, die Erzgebirgsstadt wurde am 22. August vom Deutschen Musikrat und dem Bundesmusikverband Chor & Orchester als "Landmusikort des Jahres 2026" ausgezeichnet. Aus den Händen von Ulrike Liedtke, der Vizepräsidentin des Deutschen Musikrates, erhielt Bürgermeisterin Silke Franzl den 1. Bundespreis im bundesweiten Wettbewerb überreicht.
Ulrike Liedtke: "Die Bewerbung müssen die Bürgermeister und Bürgermeisterinnen schreiben. Das ist mir auch ganz wichtig. Damit die sich nämlich verantwortlich fühlen für das, was kulturell und musikalisch passiert. Und dann gab es so 300 Bewerbungen und eine Jury, der ich vorgesessen habe, musste dann punkten, unabhängig voneinander. Man wusste nicht, was der andere für Punkte vergibt. Und am Ende lag Ehrenfriedersdorf ganz vorne."
Ehrenfriedersdorfs Bürgermeisterin Silke Franzl sagte bei der Preisverleihung im Rahmen des "5. Ehrenfriedersdorfer Musik-Neinerlaa", dass der Preis all den Menschen und Akteuren gehöre, die die Stadt kulturell lebendig machen. Wir erinnern uns: 2025 war Ehrenfriedersdorf mit dem Projekt "Bergklang und Vinylzauber" Teil der Kulturhauptstadtregion Chemnitz. Inspiriert von der reichen Geschichte der Stadt, in der zwischen den 1920er und 1950er Jahren eine Schallplattenfabrik florierte, wurde die Schallplatte in den Mittelpunkt der kulturellen Feierlichkeiten 2025 gerückt. Begleitend dazu gab es eine Sonderausstellung in den Räumen des Besucherbergwerks Zinngrube Ehrenfriedersdorf.
In Ehrenfriedersdorf erinnert auch eine Info-Stele an den deutschen Schallplattenpionier August Kybarth. Passenderweise wurde die zum "Internationalen Tag der Schallplatte" am 12. August 2025 von dessen Nachfahren Angelika Ullmann und Sabine Kybarth enthüllt. August Kybarth lebte von 1878 bis 1945. Nachdem er den Beruf eines Werkzeugmachers erlernt hatte, bekam er es später beruflich mit Schallplatten zu tun. Über Stationen in Berlin, Russland und Thalheim kam er 1931 nach Ehrenfriedersdorf, wo er die bereits 1930 gegründete Firma für Schallplatten und Sprechmaschinen übernahm.
Und Ehrenfriedersdorf holte 2025 auch einen Weltrekord ins Erzgebirge. Die Stadt feierte das längste geklöppelte Notenband der Welt. Am 6. Juli wurde der Weltrekord bei den Feierlichkeiten im Rahmen des 30-jährigen Bestehens des Besucherbergwerks Zinngrube Ehrenfriedersdorf bestätigt. Das Klöppelnotenband musste von nur einer Person hergestellt worden sein. Zudem musste das Band 75 cm hoch sein und es musste, weil es ein Neurekord war, über 50 Meter lang sein. Alle Kriterien wurden laut Rekordrichter erfüllt. Vor den Besuchern wurde das Band ausgemessen. Die genaue Länge: 62,85 Meter.
In Ehrenfriedersorf spielt die Musik! Zurück ins Jahr 2026. Da verwandelte sich die Stadt zum Ehrenfriedersdorf Musik-Neinerlaa zu einer großen Bühne. Am Sonnabend präsentieren sich an insgesamt neun Veranstaltungsorten 30 Bands, Chöre, Ensembles und Sololisten. Die Zahl neun ist dabei kein Zufall: Das Musik-Neinerlaa nimmt Bezug auf das traditionsreiche erzgebirgische Weihnachtsgericht "Neinerlaa". Passend dazu tragen die neun Bühnen die Namen der einzelnen Bestandteile des Gerichts und schlagen so eine Brücke zwischen regionalem Brauchtum und lebendiger Musikkultur. (Bildquelle: Uwe Zenker)
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