(MT) LÖSSNITZ: Die Dampfbrauerei Lößnitz war vor kurzem Treffpunkt für einige Personen, von denen man behaupten kann, dass sie in ihrer einstigen Funktion der redensartliche "Hans Dampf in allen Gassen" waren. 15 Altbürgermeisterinnen und Altbürgermeister gaben sich ein Stelldichein. Dazu erklärt der Gastgeber Gotthard Troll, einst Bürgermeister in Lößnitz: "2001 begann eine neue Legislaturperiode für Bürgermeister. Und heute, nach 25 Jahren, haben wir uns verabredet, wieder uns an einen Tisch zu setzen, wie wir damals an einen Tisch saßen. Und in diesen ganzen Jahren uns nicht einmal gestritten haben als Bürgermeister, sondern immer unsere Region im Auge hatten. Und für unsere Erzgebirger gute Lösungen erarbeitet haben."
Beispielhaft erinnert Gotthardt Troll an das, was der damalige Amtskollegen Konrad Barth in Bad Schlema geschaffen hat und Uwe Staab für den Tourismus in Eibenstock auf den Weg brachte. Neben Troll, Bart und Staab weiter in der Runde der "grauen Eminenzen" gehören Annelie Schreier aus Wildenthal, Heidrun Hiemer aus Schwarzenberg, Sigfried Baumann aus Bockau, Frank Siegel aus Rittersgrün, Philip Günter aus Hundshübel, Jörg Kramer aus Wildbach, Ludwig Teubner aus Bockau, Bernhard Teubne aus Sosa, Birgit Reichel aus Stützengrün, Harald Wilhelm aus Erlabrunn, Manfred Meyer aus Raschau-Markersbach und Ralf Fischer aus Breitenbrunn.
Viel ist in der Amtszeit dieser Bürgermeisterinnen und Bürgermeister auf den Weg gebracht und geschaffen worden.
Gotthard Troll: "Und deswegen können wir uns als Bürgermeister schon sehr freuen, dass wir damals Entscheidungen getroffen haben, die heute noch nachwirken und unserer Region, dem Erzgebirge, eine Zukunft beschert haben. Und wenn wir heute uns freuen über die kommunalpolitischen Entscheidungen mit unseren Stadträten, dann freuen wir uns natürlich noch mehr, dass wir auch noch in der Region junge Leute haben, die hier ihre Heimat gefunden haben und sich auch ganz stark engagieren."
So ein engagierter junger Mann ist für Gotthard Troll der Lößnitzer Toni Hager, der ganz viel über Brot erzählen kann und die einstigen Ortschef mit seinem Wissen bei ihrem Treffen unterhielt. Toni Hager arbeitet als Bäcker in Ehrenfriedersdorf und ist zudem Brot-Sommelier, der erste seines Faches im Erzgebirge.
Toni Hager: "Ich freue mich sehr, bei dieser Veranstaltung dabei zu sein. Die Einladung von meinem ehemaligen Bürgermeister, hier bei diesen Menschen zu sein, die das Erzgebirge geprägt haben und gesteuert haben. Das hat auch mich inspiriert, auch einfach Verantwortung zu übernehmen und die Leute wirklich bewusst zu werden, wie wichtig Brot dennoch ist."
Zur Veranstaltung in der Lößnitzer Dampfbrauerei Schwartz hat er natürlich Brot mitgebracht. Auf den Tisch kamen verschiedene Sorten, die es in der Bäckerei gibt.
Toni Hager: "Jedes Brot erzählt uns eine Geschichte von Handwerkskunst, von der Regionalität und einfach von der Leidenschaft, die wir wieder leben wollen. Wir haben ja ein kräftig saures Brot, ein Roggenvollkornbrot. Der absolute Klassiker. Mal was anderes mit einem Bratkartoffelbrot im Brot mit Schwarzbier, was natürlich thematisch passend ist hier in der Brauerei in Lößnitz. Eine schwäbische Spezialität, ein genetztes Dinkelbrot oder ein klassisches Wurzelbrot. Aber zu guter Letzt ein kräftiges Schinken Sauerkrautbrot, was einfach mal wieder einfach die Kunst zeigt, die wir Handwerker dann wieder können und nach außen tragen möchten."
Wer jetzt keinen Appetit bekommen haben sollte, der ist selbst dran schuld. Zum Brot gab es auch noch Wurst sowie Kuchen. Und wer wollte, konnte in geselliger Runde auch ein vor Ort gebrautes und gezapftes Bier trinken.
Dann wurde sich für das obligatorische Foto aufgestellt. Ein Bild mit Bedeutung für die westerzgebirgische Regionalgeschichte. Danach war noch eine Stippvisite bei den Heimat- und Orientbergen des Schnitz- und Bergvereins Lößnitz angesagt. Gastgeber Gotthard Troll gab dabei gern Auskunft. (Bildquelle: Bernd Pudwil)
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